Seelsorgeberatung

Pfarrer Dirk Voos
mittwochs von 14.00 bis 16.00 Uhr und nach Vereinbarung

MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, Bonn

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+49 1520 631 27 40
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Kneif Dich!: Impuls für die 2. Fastenwoche: Zeig Mitgefühl!

Logo 7 Wo ohne

von Dirk Voos

„Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme.“ (Lukas 10,30 –35)

Impuls 

Foto: Dorothee Deiss

Auf dem obigen Bild schauen Menschen auf ein Plakat, auf dem Menschen auf einem hohen Zaun sitzen, möglicherweise ihn überwinden wollen. Vielleicht sind sie Flüchtlinge, in einem Lager irgendwo weit weg gestrandet und brauchen Hilfe. Unterstützung von denen, die das Plakat sehen. Mitgefühl. Doch was können sie aus der Ferne tun? Mehr als wegschauen, ein Foto machen oder ratlos schauen?

In der zweiten Woche der diesjährigen Passionszeit möchte ich Sie sensibilisieren: „Zeig dein Mitgefühl“. Lassen Sie Ihr Mitgefühl zu. Es kommt darauf an, es nicht zu verdrängen, weil ich anderes zu tun habe wie der Priester und Levit. Oder weil ich mich nicht zuständig fühle und nicht jedem helfen kann. Oder doch nichts tun kann usw. Ehe wir überlegen, was wir tun können zu helfen, fangen Sie diese Woche an, Ihres Mitgefühls bewusst zu werden - eine Re-Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung.

Dazu greife ich eine Idee von Frank Muchlinsky auf: Um Ihr Mitgefühl spüren, kneifen Sie sich, wenn Sie fremdes Leid wahrnehmen! Nicht sehr heftig. Es geht nicht darum zu leiden, jedoch darum durch den Schmerz des Kneifens das eigene Mitgefühl körperlich ganz konkret zu spüren.  Lassen Sie das Gefühl zu und an sich heran. Kneifen Sie nicht: Kneifen Sie sich!

Marie-Kahle-Preis verliehen

Am 17. Februar 2018 wurde erstmalig der "Marie-Kahle-Preis für ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit" verliehen. Die feierliche Zeremonie fand im Bonner Haus der Geschichte statt und wurde von etwa 300 Gästen besucht. Sie wurde moderiert von Joachim Gerhardt, dem Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Bonn, und Andrea Hillebrand, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Diakonischen Werkes Bonn und Region. 21 Projekte haben sich in drei Kategorien für den Preis beworben.

Ausgezeichnet wurden in den einzelnen Kategorien:

  1. Begegnung auf Augenhöhe: Das Projekt "Internationaler Garten Oedekoven", ein ökumenisches Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge und der Pfarrgemeinschaft Alfter. In dieses Projekt können sich Neuankommende einbringen, indem sie Parzellen bestellen und für den eigenen Gebrauch ernten.
  2. Innovative Alltagshilfe: Das Projekt "Wohnungs-Umzugs-Möbel-Gruppe" des Ökumenischen Arbeitskreises "Asyl und Zuflucht" der Evangelischen Trinitatiskirchengemeinde und der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena. Dort vermitteln Freiwillige Umzüge aus Flüchtlingsunterkünften in privaten Wohnraum.
  3. Religion verbindet: Alle evangelischen und ökumenischen Begegnungs- sowie Kontakt-Cafés der Evangelischen Kirchengemeinden Bonn und Bad Godesberg-Voreifel.

Der Preis wurde initiiert von den Evangelischen Kirchenkreisen Bonn und Bad Godesberg-Voreifel, dem Diakonischen Werk sowie der EMFA / Integrationsagentur auf Anregung von Lena von Seggern, Koordinatorin in der Flüchtlingsarbeit Bonn beim Diakonischen Werk. Benannt ist der Preis nach Marie Kahle, einer Bonner Pädagogin, die nach der Reichspogromnacht jüdischen Ladenbesitzern geholfen hat, den von den Nazis angerichteten Schaden zu beheben.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.marie-kahle-preis.de 
und unter http://www.bonn-evangelisch.de .

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Bilder: Hıdır Çelik

Zeig dich! - Sieben Wochen ohne Kneifen

7_Wochen_ohne _Kneifen_Motto 2018

von Dirk Voos

Die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern ist im Christentum traditionell eine Fastenzeit. Fasten ist jedoch nicht nur die völlige oder teilweise Enthaltung von Speisen, Getränken und Genussmitteln über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Es kann auch der bewußte Verzicht auf bestimmte Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten, Süßes oder Anderes sein, um festzustellen, ob man noch frei beim Genuss ist oder abhängig davon. Daran erkenne ich mich selbst, was ich will und kann. Nehmen Sie sich während dieser Fastenzeit doch vor, auf etwas zu verzichten und lernen sich dabei besser kennen.

Bei der evangelischen Fastenaktion „Sieben Wochen ohne“ geht es aber um noch mehr – um eigene Einstellungen: „Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“. Was geschieht, wenn ich mich ehrlich zeige? Dazu stehe, was ich denke, wünsche, meine, glaube. Wenn ich das ehrlich zeige, können Andere mich richtig erkennen und kennen lernen. Sie können über die verschiedenen Einstellungen ins Gespräch kommen, voneinander lernen und den eigenen Horizont erweitern, wenn sie andere Auffassungen aufnehmen. Andere können von ihnen lernen, um ihre Meinungen zu erweitern und zu vertiefen.

So lade ich sie für diese Fastenzeit zu einem offenen Dialog ohne Kneifen ein. Dazu möchte ich jede Woche dieser Fastenzeit einen Impuls geben, ehrlich zu erkennen und zu zeigen, was Ihnen wichtig ist.

 

 

Frohe Pfingsten

Ferienfreizeit für Flüchtlingskinder

22.05. – 27.05.2018

Sechs Tage lang Spiel, Spaß und Spannung!
Täglich von 10 – 16 Uhr
Keine Kosten für die Eltern
Für Verpflegung der Kinder ist gesorgt  

Unter anderem Besuch des Deutschen Museums, ein Kunstprojekt, zusätzlich ein zweitägiger Theaterworkshop, abschließend ein gemeinsames Grillen mit einer Theateraufführung im Freien

Am Sonntag, dem 27.05.2018, gemeinsames Frühstück mit Eltern und Kindern

Um sich einen Platz zu sichern, melden Sie bis zum 30.04.2018 Ihr Kind an!

NETZWERK FLÜCHTLINGE
Brüdergasse 16 – 18, Bonn

Verbindliche Anmeldung unter: Tel: 0228/ 18037314

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pdf-Plakat

Nimm Dir eine „AUSZEIT“ für Deine Seele

Für alle interessierten Mitarbeitenden sowie Besucherinnen und Besucher des Migrapolis–Hauses der Vielfalt

Nimm Dir eine „AUSZEIT“ für Deine Seele

Zu Atem kommen, sich selbst erkennen, anderen zuhören, miteinander reden und Erfahrungen teilen

immer am ersten Dienstag des Monats,
das nächste Mal am 6. März 2018,
13.30 Uhr – 14.15 Uhr im Café, Brüdergasse 16-18, Bonn

Auszeit Maerz 2018 

 

 

Hidir Celik - 25 Jahre beim Kirchenkreis Bonn

Am 1. Januar 1993 begann seine Tätigkeit beim Evangelischen Kirchenkreis Bonn. Mit Jahresbeginn 2018 ist er ein Vierteljahrhundert dabei: Dr. Hidir Celik, Leiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit (EMFA). Herzlichen Glückwunsch!

http://www.bonn-evangelisch.de/aktuell/archiv-2017-2661-celik_25-2850.php

Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will den Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offb 21,6)

Von Pfarrer Dirk Voos

Zum Leben braucht jeder Mensch Wasser. Deshalb hat am 28. Juli 2010 die Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt, dass „das Recht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung ein Menschenrecht ist“. Trotzdem haben fast 700 Millionen Menschen auf der Welt, so schätzen Unicef und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Neben der globalen moralischen Verpflichtung, dieses Unrecht zu ändern, fordert Gottes Wille Christen dazu auf, sich für die in Notseienden, wahrhaftig Durstigen einzusetzen. Gott möchte, dass jeder Mensch leben kann, nicht nur „gutes Wasser“, sondern überhaupt gute Lebensbedingungen hat, um zufrieden sein zu können. Gott möchte, dass unsere Welt sich dazu sogar so ändert, dass es alles Lebensnotwendige wie „lebendiges Wasser“ umsonst gibt.

Frei - so dass jeder Mensch ohne Sorge leben kann.

Ist das eine Utopie? Nach menschlichem Ermessen vielleicht unerreichbar – trotz aller Menschenrechtserklärungen. Aber mit Gottes Hilfe machbar, wenn sich die Vision der Johannes-Offenbarung verwirklicht und es "einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Offb, 21,1) gibt. Doch Gott verwirklicht „den neuen Himmel und die neue Erde“ nicht gegen menschlichen Willen. Deshalb müssen wir mitmachen. Sind Sie dabei?

Dirk_Jahreslosung

Foto: Walter J. Pilsak, Waldsassen

Weihnachtsgrüße

Bonn, vor Weihnachten 2017

Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer gemeinsamen Aufgaben!

Weihnachten kommt Gott zu uns. Wenn Gott kommt, verändern sich die Verhältnisse. Die Weihnachtsgeschichte erzählt, wie Josef, Maria und das Kind, Gott, in Bethlehem ankommen. Obwohl keine Herberge Platz hat, finden sie Unterkunft und Schutz in einem Stall mitten unter den Tieren. Ganz unterschiedliche Menschen kommen und helfen ihnen: Hirten, Magier, Könige. Sie spüren, hier geschieht etwas Besonderes – es wird Weihnachten.

Wenn wir 2017 Weihnachten feiern, dann aus der Zuversicht: Wenn Gott kommt, ist vieles möglich. Gottes Nähe verändert unser Leben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Evangelischen Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn und Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V. im „Migrapolis-Haus der Vielfalt“ wünschen Ihnen und Ihrer Familie:

„Ein gesegnetes Weihnachtsfest und frohes neues Jahr 2018“.

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Begleitung, für Ihre Unterstützung und für finanzielle Hilfen.

Ihre
Dr.Hıdır Ҫelik
Almut Schubert
Pfarrer Dirk Voos
Elena Link Viedma

Bonn_vor_Weihnachten_2017.pdf

 

Weihnachtsmarkt

Ein Weihnachtsgedicht von Bernd H. Kämper

Zwischen Bratwürsten und Reibekuchen  
verfolgt von Punsch- und Rotweinduft,  
beginn das Christkind ich zu suchen,  
Weihnachten liegt in der Luft.

Zischend schmelzen weiße Flocken  
auf dem heißen Bratwurstgrill,  
von Ferne klingen Kirchenglocken  
und ums Kinderherz wird’s still.

Ich komme mir befremdlich vor  
zwischen all den Leckereien,  
zaghaft singt ein Frauenchor,  
von irgendwo hör ich Schalmeien.

Nikoläuse in Stanniol  
- umgeschmolzene Osterhasen -  
Champignons in Alkohol,  
Drei Könige mit roten Nasen,

Blechtrompeten, Luftballons,  
lauter Schund im Ausverkauf,  
Christkindleins in Pappkartons  
gibt’s als Bonus obendrauf.

Ein Kirchen-Mann fordert Protest,  
und liest laut aus der Bibel vor,  
Weihnachten sei ein Friedensfest,  
deshalb trägt er Trauerflor.

Es ist kein Schiff mehr zu beladen,  
zwischen Orion und Wassermann  
kam der Menschensohn zu Schaden  
und deshalb nicht mehr bei uns an.

Kindheiten sind nicht zu finden,  
ich höre auf danach zu suchen,  
auch kein Kranz ist mehr zu binden,  
kein „Ave verum“ zu verbuchen.

Der Frauenchor singt “Stille Nacht“,
ein Mensch mit Furcht hat Vorbehalt,  
deswegen wird er ausgelacht,  
ich schleich nach Haus, denn mir wird kalt.

Der Autor hat beim Literaturwettbewerb zur 11. Bonner Buchmesse Migration den 1. Preis in der Kategorie „Lyrik“ gewonnen.