Impuls für 3. Fastenwoche: Ehrlich einander zugetan sein

7 Wochen ohne 2019

Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nicht-Grieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus. (Kolosser 3,8–11)

Ich hatte Sie zuletzt ermutigt, sich ihre persönlichen Lebenslügen bewusst zu machen, um ehrlich zu sich selbst zu sein. Diesmal möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf das Verhältnis zu anderen Menschen richten. Um Anderen und Fremden ehrlich zu begegnen, muss jede/r gegenseitige Vorurteile, die das Miteinander behindern können, zurückstellen. „Nun aber legt alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte“. Vorurteile sind noch keine Wahrheit, sondern müssen ehrlichen gemeinsamen Erfahrungen Platz machen. Vorurteile sind Teilwahrheiten, die ich richtig einordnen und weiterentwickeln muss. Was hilft in der Beziehung? Was schützt mich vor Enttäuschungen? Was blockiert mich? Was ist wahr?

Bezüglich des Mottos der diesjährigen Aktion "7 Wochen ohne Lügen" möchte ich Sie ermutigen, Vorurteile durch eigene Urteile zu ersetzen. Riskieren Sie zu untersuchen: Wie ist der/die Andere wirklich? Lassen Sie sich vom Kolosserbrief anstecken, nicht nach Nationalitäten zu unterscheiden, sondern den Mitmenschen anzunehmen. Als Menschen wie mich selbst. Als Christ glaube ich, als von Gott gewollt und geliebt wie ich selbst.

Bleiben Sie achtsam, wenn es darum geht, nach der Wahrheit zu suchen. Vermeiden Sie einfache allgemeine Wahrheiten. Suchen Sie stattdessen in der persönlichen Begegnung die individuelle, den Anderen gerecht werdende Wahrheit. Seien Sie mißtrauisch, wenn gelästert wird oder vorgebliche Wahrheiten hinter dem Rücken von jemandem erzählt werden. Bleiben Sie den Anderen und Fremden ehrlich zugetan.

Pfarrer Dirk Voos


 

KreativWerkstatt

in den Osterferien
Dienstag, 23.04. – Samstag, 27.04.2019 von 10-17 Uhr

Kunst Musik Theater Workshop
im MIGRApolis-Haus der Vielfalt
Brüdergasse 16-18, Bonn

Für Kinder von 8 bis 13 Jahren

Zeige Deine Kreativität in einem Projekt mit anderen Kindern und entdecke, was in DIR steckt.
Du wolltest immer mal Musik machen, malen, tanzen und schauspielern?
Dann komm vorbei und genieße eine schöne und spannende Zeit.

Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Info und Anmeldung

Leila Mousselmani
0179 1020006
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

KreativWerkstatt.pdf


 

Mit interkultureller Kompetenz begleiten: Mit eigenen Werten bewusst helfen

Seminar mit Supervision

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ihre Motivation und Ziele in der Flüchtlingshilfe zu reflektieren. Was ist mir, was ist den Begleiteten wichtig?Was habe ich erreicht? Was möchte ich noch erreichen? Wie kann ich das machen? Welche Grenzen muss ich achten?

Termine: Donnerstag, 28. März, 25. April und 23. Mai 2019, jeweils von 17.00 bis 19.30 Uhr
Ort: MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn

Referent: Dr. Hidir Celik ist Politologe und Soziologe. Er promovierte über »Die Migrationspolitik bundesdeutscher Parteien und Gewerkschaften«. Seit 1999 hat er einen Lehrauftrag an der Universität zu Köln im Fachbereich Interkulturelle Pädagogik. Er leitet die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit des Ev. Kirchenkreises Bonn (EMFA) / Integrationsagentur.

Supervisor: Pfarrer Dirk Voos ist im Evangelischen Kirchenkreis Bonn mit Migrations- und Flüchtlingsarbeit beauftragt. Als Seelsorger, Coach und Supervisor begleitet und fördert er Menschen in Übergangs- und Entscheidungssituationen.

Supervision_interkulturelle_Kompetenz.pdf


 

Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen

Impuls für die 2. Fastenwoche: Die Wahrheit erkennen

von Pfarrer Dirk Voos

7 Wochen ohne 2019

Die neue Fastenaktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“ fragt nach dem Umgang mit der Wahrheit. Die Frage nach der Erkenntnis der Wahrheit spielt schon in der biblischen Geschichte vom Anfang der Welt eine Rolle:

Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.“ (Gen 3,1,7)

Warum auch immer die beiden Menschen von der besonderen Frucht aßen, es wirkte. Sie entdeckten, dass sie nackt waren. Sich nackt zu fühlen, kann Angst machen, weil ich mir schutzlos vorkomme. Nackt wird jedoch auch meine Individualität deutlich: ich bin zu sehen, wie ich ehrlich bin.

Lohnt sich diese Erkenntnis? Oder ist es besser, der Wahrheit aus dem Weg zu gehen und mit Lebenslügen zu leben? Ich finde gut, dass Eva und Adam nach Erkenntnis und Wahrheit gestrebt haben. So werden Menschen erwachsen und selbstverantwortlich. Wer verantwortlich ist, muss zwar die Konsequenzen seines Handelns tragen. Dafür gewinnt er jedoch einen weiteren Horizont, weil er Grenzen und Mauern überwindet und sich dadurch weiter entfalten kann. 

Bezüglich des Mottos der diesjährigen Aktion "7 Wochen ohne Lügen" ermutigt mich diese Geschichte, es mir nicht in der Komfortzone meiner Lebenslügen bequem zu machen. Stattdessen möchte ich neugierig weiterfragen: Gibt es nicht mehr? Wer bin ich? Was kann ich tun? Ist ignorieren, wenn ich solch eine Sehnsucht spüre, nicht auch schon eine Lüge? Ich glaube das. Wenn Sie das auch spüren, nutzen Sie diese Fastenzeit dafür, Lebenslügen zu hinterfragen: Was wollten Sie immer einmal machen und haben es sich nicht getraut? Seien Sie ehrlich zu sich und überlegen: Geht es nicht doch anders?




Präsentation des Leuchtturmprojektes: „Migrant*innen helfen Migrant*innen"

Einladung

Dienstag, 26. März 2019, 16.00 Uhr
MIGRApolis-Haus der Vielfalt
Bonn, Brüdergasse 16-18

Ziel und Anliegen des Projektes Migrant*innen helfen Migrant*innen" war (und ist) es, Selbsthilfe (-strukturen) im Bereich Gesundheit und Behindertenhilfe von und für Migranten / Geflüchtete zu initiieren, zu unterstützen und zu begleiten.

Die Selbsthilfegruppe älterer Geflüchteter / Zugewanderter mit Beeinträchtigungen und / oder Gesundheitseinschränkungen im MIGRApolis-Haus der Vielfalt möchte ihre Erfahrungen mit Selbsthilfe über den Kreis der Gruppe hinaus bekanntmachen und weitere Zugewanderte sowie ihre Familien zur Selbsthilfe ermutigen.

Die Gruppe möchte u.a. an diesem Tag von ihren Aktivitäten berichten und ihren selbstgestalteten (zweisprachigen) Film „... das können wir nur selber tun” sowie ihre Radiosendung zum Thema Selbsthilfe vorstellen!

Wir würden uns sehr freuen, Sie an diesem Tag bei uns begrüßen zu dürfen!

Herzlich
Dr. Hidir Celik (Leitung und Koordination) / J. Michael Fischell (Dipl.Soz.Wiss.)  

Das Leuchtturmprojekt „Migrant*innen helfen Migrant*innen“ wurde möglich durch eine Förderung durch die Stadt Bonn / Amt für Soziales und Wohnen im Rahmen der freiwilligen Zuschüsse.

Einladung_26_03.pdf


Was geht uns das an? Menschen in Todesgefahr im Mittelmeer

Menschenrecht auf Seenotrettung

Informationsveranstaltung und Gespräch mit Pia Klemp, anschließend Diskussion.
Begrüßung: Dr. phil. Hıdır Çelik
Moderation: Pfr. Dirk Voos
Dienstag, den 2. April 2019 um 19.00 Uhr
Migrapolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18 | 53111 Bonn

Es laden ein:
Veranstalter: EMFA / Integrationsagentur,

mit Unterstützung von:
"Bonner flüchtlingspolitisches Forum weltoffen"
Sea-eye Hochschulgruppe Bonn
Seebrücke Bonn
Flüchtlingshilfe Bonn e.V.
Netzwerk-AK „Menschen ohne Papiere“

„Solange es so ist, dass Menschen mit Booten flüchten, müssen wir dafür sorgen, dass diese nicht zu Tode kommen“, betonte Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Abschluss seiner dreitägigen Malta-Reise im Sommer 2018.

„Umso deprimierender sei es nun zu erleben, dass die zivilen Seenotrettungsaktionen auf Malta durch die Behörden zum Erliegen gekommen seien und die Schiffscrews, die Flugzeugbesatzung und die Mitarbeiter im Büro zur Untätigkeit verdammt seien.“

Weil sich diese unmenschliche Situation seit dem sogar noch verschlimmert hat, möchten wir Sie zum Gespräch mit Pia Klemp einladen. Pia Klemp war sowohl Kapitänin des Seenotrettungsschiff „Juventa“ wie der „Seawatch 3“. Als Augenzeugin und Retterin von mehreren tausend Menschen kann sie uns authentische Informationen über die Lage am Mittelmeer vermitteln. Darüber hinaus möchten wir zur Diskussion einladen, was wir aus Deutschland und Europa tun müssen und können, um angemessen auf diese menschenunwürdigen Verhältnisse zu reagieren.

Außerdem wird Pia Klemp berichten, wie die Seenotretterinnen und -retter inzwischen wegen Unterstützung und Beihilfe zur illegalen Einwanderung juristisch angeklagt und an ihrem Einsatz für die gefährdeten Geflüchteten gehindert werden.

So wird seit Juni 2018 wird gegen 10 Crewmitglieder des Rettungsschiffes IUVENTA wegen 'Beihilfe zur illegalen Einwanderung nach Italien' ermittelt – weil sie Flüchtlingen und Migranten auf ihrer Flucht über das Mittelmeer das Leben gerettet haben. Die IUVENTA und ihre Crew waren innerhalb eines Jahres an der Rettung von über 14.000 Menschen in Seenot beteiligt. Heute drohen ihnen bis zu 20 Jahre Gefängnis und horrende Geldstrafen. Alle Einsätze der IUVENTA wurden unter strikter Einhaltung des internationalen und des Seerechts durchgeführt. Indem das italienische Antimafia-Gesetz als Rechtsgrundlage gegen sie verwendet wird, versucht die Staatsanwaltschaft, sowohl das Völkerrecht als auch die Genfer Konvention zu überschreiben.

Es war und bleibt unser aller Verantwortung, Menschenleben zu retten, wann immer es möglich ist, Schutz zu bieten, wo er benötigt wird und jedem Menschen mit Würde und unter Berücksichtigung der universell geltenden Menschenrechte zu begegnen.

Klemp_02_04_19.pdf


 

EMFA (Hg.) – Behinderung und Krankheit im Kontext von Migration und Flucht

 


Behinderung und Krankheit 1

 

Dimensionen und neue Wege der Selbsthilfe und Beratung Tagungsreferate und weitere Fachbeiträge 94 S.,
Broschur, 1. Auflage 2019
ISBN 978-3-945177-66-2
Schutzgebühr € 10,-

Ziel sollte es sein, jedem Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion, Kultur und Lebensweise, Teilhabe, gute Gesundheit, Hilfe bei Behinderung(en) und menschenwürdige Versorgung im Alter zu ermöglichen. Hierzu ist es notwendig, die Strukturen an die Bedürfnisse der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen anzupassen und zu gestalten. Die Situation und die Bedürfnisse von Zugewanderten und Geflüchteten mit Behinderung(en)/Erkrankungen zu verdeutlichen, ist das Anliegen des vorliegenden Bandes. Dessen Beiträge begnügen sich nicht mit Zustandsbeschreibungen, sondern zeigen neue Handlungsmöglichkeiten einer interkulturellen Gesundheits-, Alten- und Behindertenhilfe sowie neue Wege der Selbsthilfe und Beratung auf.

Anwendungsorientiert, aus Wissenschaft und Praxis der Flüchtlings- und Behindertenhilfe, fußen die Inhalte des Buches auf erweiterten Beiträgen der Dokumentation »Flucht und Behinderung: Situation und Handlungsmöglichkeiten« der gleichnamigen Tagung am 17. Juni 2016 im MIGRApolis-Haus der Vielfalt sowie überarbeiteten Beiträgen von Referaten der Fachtagung »Neue Wege der Selbsthilfe und Beratung – von/für Geflüchtete(n)/Zugewanderten mit Behinderung(en)/Erkrankungen « der EMFA/Integrationsagentur, die am 9. November 2018 ebenfalls in Bonn stattfand.


 

AUSZEIT

Pfarrer Dirk Voos
Für alle interessierten Mitarbeitenden sowie Besucherinnen und Besucher des Hauses Migrapolis – Haus der Vielfalt

Nimm Dir eine
„A U S Z E I T“
für Deine Seele

Thema: Was ist dran?

Zur Ruhe kommen, sich selbst erkennen, anderen zuhören, nachdenken, miteinander reden und Erfahrungen teilen

Dienstag, 12. März 2019,
13.30 Uhr – 14.15 Uhr
im 3. Obergeschoss

Auszeit_Maerz_2019.pdf


 

Transnationale Familien, Familienzusammenführung und Integration im Kontext von Flucht

Einladung zum Workshop von BICC (Bonn International Center for Conversion) in Kooperation mit der EMFA
 
Datum: Mittwoch, 13. März 2019
Uhrzeit: 10 – 16 Uhr
Ort: MIGRApolis
Brüdergasse 16 – 18, 53111 Bonn

Inhalt des Workshops
Die unfreiwillige Trennung von Familien betrifft eine große Zahl in Deutschland lebender Geflüchteter. Oftmals bleiben Familienmitglieder im Konfliktgebiet zurück oder leben als Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern. Andere leben in Städten der Nachbarländer oder als Flüchtlinge in westlichen Aufnahmeländern. Aufgrund der räumlichen Trennung sind betroffene Familien gezwungen, ihr Leben transnational, d.h. über nationalstaatliche Grenzen hinweg, zu organisieren. Im Rahmen der Familienzusammenführung erhoffen sich viele Geflüchtete, ihre Familien später nachholen zu können. Allerdings steht diese Möglichkeit nicht allen gleichermaßen offen.

Diese Situation ist nicht neu: Auch in der Vergangenheit waren Geflüchtete häufig zu einem transnationalen Familienleben gezwungen. Heutzutage besteht jedoch die Möglichkeit, durch neue Informationstechnologien unkompliziert Nähe herzustellen.

Die Zusammenhänge zwischen Integration und transnationalem Familienleben gestern und heute sollen im Workshop diskutiert werden. Integration wird dabei nicht als einseitige Leistung
Geflüchteter verstanden, sondern als interaktiver, offener Prozess, der die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ermöglicht.

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Die politischen Dimensionen des Islam

Vortrag und Diskussion

Freitag, 22.02.2019, 19.00 Uhr
MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16 - 18, 53111 Bonn

Die über 1400 Jahre alte Geschichte des Islam macht deutlich, dass es sich nicht nur um eine Religion, sondern auch um einen eigenen Kulturraum handelt, der überaus vielfältig ist. Die Entwicklung seit dem Kolonialismus ab dem 19. Jahrhundert hat jedoch politische Forderungen und Widerstand gegen den Westen immer lauter werden lassen und gipfelte in die modernen extremistischen Bewegungen des Salafismus und Radikalismus. Den Unterschied zwischen dem Glaubens- und Kultursystem auf der einen Seite und dem politischen Extremismus auf der anderen Seite wird dargestellt

Referent: Jürgen Klußmann
Moderation und Begrüßung: Dr. phil. Hidir Çelik

Veranstalter: Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA) / Integrationsagentur