Der Radiotalk Bonner Buchmesse Migration geht in die 2. Runde

von Marion Rissart

Am 22. September 2022 war es wieder soweit: Die Vorbereitung für die Interviewreihe lief wieder bei LoCom in der Bonner Bachstraße an. Selbstverständlich waren die Gäste wieder handverlesen und für viele Fragen beim Thema „Was ist Heimat“ offen.

So plaudert Serge Palasie von Eine-Netz-Welt-NRW über seine Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“, und Johannes Schwerdt von der Organisation „Menschen ohne Papiere“ erklärt, dass er sich persönlich schwer über den Heimatbegriff definiert.

Darüber hinaus: Warum Ulrich Hamacher (Geschäftsführer der Diakonie Bonn) Heimat in Beziehungen, die immer neu erarbeitet werden müssen, sieht. Und wie es dem Superintendenten des Bonner Kirchenkreises, Dietmar Pistorius, bei den Weltkonflikten gelingt, weiter in sich zu ruhen.

Interview mit Dietmar Pistorius, dem Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Bonn

Interview mit Ulrich Hamacher, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Bonn und Region

Interview mit Serge Palasie, Fachpromoter für Flucht, Migration und Entwicklung bei Eine Welt Netz NRW

Interview mit Johannes Schwerdt, Menschen ohne Papiere


 

Programm der Bonner Buchmesse Migration ist online!

Header

Nun können Sie das Programm der Buchmesse vom 4. bis 6. November 2022 im Haus der Geschichte unter dem Motto "Was ist Heimat" einsehen!

Das Programm wird laufend ergänzt und aktualisiert. 

Herzliche Einladung zur Teilnahme! 

Programm der 13. Bonner Buchmesse Migration 2022


 

Eröffnung der Interkulturellen Woche 2022

Die diesjährige Eröffnung der Interkulturellen Woche am 16. September 2022 war der Ukraine gewidmet. Dieses Land, das im Februar diesen Jahres von einem verbrecherischen Angriffskrieg heimgesucht wurde, leistet seitdem erbitterten heldenhaften Widerstand gegen die russische Invasion.

Mit Volksliedern sowie anderen patriotischen und melancholischen Stücken gestalteten ukrainische Musiker*innen die bewegende Feier im MIGRApolis - Haus der Vielfalt, die sehr gut besucht wurde. 

Wir bedanken uns dafür sehr herzlich und hoffen ser, dass dieser furchtbare Krieg bald vergeht und bald wieder Frieden einkehrt, in der Ukraine sowie überall auf der Welt. 

Bildergalerie


 

Neu im Konversations-Café

Im Rahmen der Interkulturellen Woche informiert Barbara Schlüter Sie über ihr Projekt:

FAMILIEN FIT MACHEN FÜR KITAS UND SCHULE – GEMEINSAM INS GESPRÄCH KOMMEN.

Außerdem stellt Sie das Buch ALI GEHT MIT SEINER LATERNE von Lisa Holterhoff vor:

Das Buch handelt von Ali, der mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen ist und in Bonn zur Schule geht.

Als das Martinsfest vor der Tür steht und die Kinder in Alis Klasse Laternen anfertigen, bastelt Ali sich eine Laterne, die aussieht wie eine Moschee, mit der er am Martinsfest teilnimmt.
Die Autorin erklärt in kindgerechter Sprache am Beispiel von Sankt Martin die Themen Integration, Angst/Trauma, Fremdenfeindlichkeit und Barmherzigkeit. Anhand von bunten und anschaulichen Illustrationen von Thomas Plenker wird das Buch lebendig.

„Egal wer wir sind oder woher wir kommen, wir sollten uns alle mit Respekt behandeln, füreinander da sein und uns helfen.“ Dies ist der Leitgedanke des Buches.

Das Buch bietet sich, sowohl für den Kindergarten, den Vorschulbereich als auch für die frühe Grundschulzeit an. Es gibt eine deutsche und arabische Fassung und sollte möglichst vielen Kitas und Grundschulen zur Verfügung stehen.

Kontakt unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ali geht mit seiner Laterne

Wir entdecken Bonn - Stadterkundung

FÜR UKRAINISCHE KIDS VON 8-12 JAHRE

MIttwoch, 21.09. (15-18 UHR)

Bei unseren kleinen Entdeckungsreisen lernt ihr verschiedene und spannende Orte in Bonn kennen.

Der Botanische Garten wartet auf euch. Wir starten gemeinsam am MIGRApolis in der Bonner Innenstadt.

Bringt einen kleinen Snack mit.

Eltern oder andere Bezugspersonen sind ebenfalls willkommen.

Anmeldung & Infos: Anna Heinzel (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 0228 929 776 02)

www.migrapolis.de


 

„Was ist Heimat?“

Ein Kampfbegriff oder eine Orientierung für ein Zusammenleben in Vielfalt?

Grußwort von Dr. Hıdır Çelik zur 13. Bonner Buchmesse Migration

Kaum ein Begriff hat uns in letzten Jahren mehr beschäftigt als „Heimat“. Darüber wird in vielen wissenschaftlichen, politischen und medialen Plattformen diskutiert, debattiert und geschrieben. Es gibt kaum einen Tag, an dem in den Medien nicht über den Begriff „Heimat“ gesprochen wird. Auch Literatur beschäftigt sich seit denn je mit dem Thema Heimat und Heimatlosigkeit.

Der Begriff „Heimat“ kann sowohl missbraucht werden als auch dem Menschen eine Orientierung, einen Halt im Leben geben. Der Begriff wird aber oft als ein rechter Kampfbegriff verwendet. Die Neonazis, die Rechtsradikalen und auch die Ultra-Konservativen missbrauchen den Begriff meist für ihre politische Ideologie, um sich von Teilen der Gesellschaft zu distanzieren.

Was ist Heimat? Soll sie ein neues Gefühl der Zusammengehörigkeit der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in einer Gesellschaft vermitteln, Heimat als ein Bund der Vielfalt? Migration, Flucht und Mobilität haben auch einen straken Einfluss darauf, dass sich der Heimatbegriff in ständiger Diskussion befindet und sich neu definiert.

Eine einheitliche Definition existiert nicht. Nach Hermann Bausinger kann man den Begriff „Heimat“ als eine räumlich-soziale Einheit mittlerer Reichweite, in welcher der Mensch Sicherheit und Verlässlichkeit seines Daseins erfahren kann, definieren, sowie als einen Ort tieferen Vertrauens, eine Art der Verbundenheit, zugleich als eine offene Gesellschaft betrachten, der ständig sich kulturell verändert.

Soziologisch verweist der Begriff „Heimat“ zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und Weltauffassungen prägen. Er steht auch in einer speziellen Beziehung zum Begriff der „Siedlung“; dieser bezieht sich, im Gegensatz zum Wohnplatz, in der Regel auf eine sesshafte Lebensform, d. h. auf ein dauerhaftes bzw. langfristiges Sich Niederlassen und Wohnen an einem Ort bzw. in einer Region.

„Das wichtigste Buch zum Lesen ist der Mensch“, sagte der Mystiker Hadschi Bektasch. Lesen Sie den Menschen mit all seinen Schwächen, Ungereimtheiten, Ängsten, seiner Wut und Überheblichkeit – aber auch mit seiner Fähigkeit, Gutes zu tun, sowie sich mitfühlend und couragiert zu verhalten. Lesen Sie, die gerade Angekommenen, und die hier Geborenen, jene, die schon immer oder seit langem hier leben und die, die sich vor Generationen auf den Weg gemacht haben, um in einer neuen Heimat ihr Glück oder Schutz zu suchen.

Wie geht das, wenn so Vieles trennt? Eine Eigenschaft der Literatur ist, dass sie dort, wo Politik, Arbeitsgruppen und vielleicht sogar die Vernunft ratlos zurückbleiben, Verbindungen und Empathie schaffen kann. Sie ist es, die die Menschen lehren kann, das zu lieben, zu verstehen oder zumindest zu respektieren, was so fern scheint.

Machen Sie sich auf die Suche nach dem Verbindenden, das die „Heimat aller“ sein könnte, und begegnen Sie den Menschen aus anderen Kulturen, die uns in ersten Augenblick „fremd“ erscheinen – dennoch in der Hoffnung, dass das Konstruktive und Schöne Gehör finden mag, wenn man sich von seinen eigenen Vorurteilen gegenüber den anderen befreit.

Durch Migration und Flucht wird der Mensch seine Heimat verlassen und eine neue finden, aus Heimat werden Heimaten. Nach dem römischen Philosophen Cicero können mehrere Orte für ein bestimmtes Individuum Heimat werden. Umgekehrt gibt es auch ein Gefühl der Heimatlosigkeit, ein nicht gebunden Werden an einem Ort, ständig sich in einer Bewegung befinden, die Suche nach Neuem, das aber nicht ein räumliches Gefühl vermittelt, sondern das Gefühl der Freiheit als Mensch auf der Erde gibt. Hier könnte man sagen, dass die Menschen, die durch Einwanderung und Flucht hier her gekommen sind, seit Generationen hier leben, ein Aufenthalts- oder Bleiberecht haben, sollen genau so wie der Mehrheitsgesellschaft Deutschland als Heimat sehen. Dies bedeutet aber zugleich, einen Anspruch auf Rechte und Pflichten zu haben.

Die 13. Bonner Buchmesse Migration wird die Frage „Was ist Heimat“ mit vielen Veranstaltungen und Diskussionsforen nachgehen, um eine gemeinsame „Heimat der Heimatlosen“ zu finden, der nicht anders als der Mensch selber ist.


 

Programm der Interkulturellen Woche 2022

Das Programm des diesjährigen Interkulturellen Woche steht nun fest und ist seit heute (25.07.2022) online.

Wir bedanken uns herzlich für Ihre Teilnahme und laden Sie herzlich ein, die vielfältigen Veranstaltungen zu besuchen.

Die Druckversion des Programms und Plakates wird in den nächsten Tagen verfügbar sein und kann bei uns bestellt bzw. abgeholt werden:

EMFA / Integrationsagentur, Brüdergasse 16-18, 53111 Bonn
Telefon: 0228 / 697491, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Programm IKW 2022.pdf

Plakat_pdf

Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.interkulturellewoche.de 

Anmerkung: Die Interreligiöse Führung von MuChri am 1.Oktober fängt um 15 Uhr an. Die Adresse der Al-Muhajirin-Moschee ist nicht Hochstadenring, sondern Brühler Str. 28.


 

Aktivitäten im Rahmen des Ukraine-Projektes

Leuchtturm Mariupol - Patenschaft und Hilfe für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine

Aktion Mensch          EMFA Logo

Sozialberatung

Im Rahmen des Projektes bieten wir Sozialberatung für Geflüchtete, Kinder und Jugendliche aus der Ukraine an:

Jeden Montag, 12:00 - 14:00 Uhr
Ort: MIGRApolis - Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18 (Erdgeschoss), 53111 Bonn-Innenstadt
Telefon: 0228 - 69 74 91

Jeden Freitag, 15.30 - 17.30 Uhr
Ort: Kreuzkirchengemeinde, An der Evangelischen Kirche 6, 53113 Bonn (am Kaiserplatz)

Wir freuen uns, Ihnen helfen zu können. 

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Begegnungscafé

Im Begegnungscafé haben Sie die Möglichkeit, sich kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen.

Jeden Montag, 17.00 - 19.00 Uhr (wieder ab 10.10.2022)
Ort: Kreuzkirchengemeinde, An der Evangelischen Kirche 6, 53113 Bonn (am Kaiserplatz)

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Fußballtraining für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine

Jeden Donnerstag und Freitag von 17.30 bis 19.00 Uhr (ab 20.10.2022)
Ort: Collegium Josephinum, Kölnstraße 413, 53117 Bonn

Wir freuen uns auf Sie! 

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Tanzkurs "Hip-Hop"

Jeden Mittwoch von 15:00 bis 16:30 Uhr 
Ort: Wohnheim Bonn-Holzlar, Siebengebirgsstr. 200, 53229 Bonn


 

Hoffnung und Trauer ins Gesicht geschrieben

Warum sind wir hier?
Geflüchtete aus der Ukraine erzählen über ihre Flucht nach Deutschland.
Fotoausstellung und Publikation: Bildreihen und Texte

Projektbild Hoffnung 

Ukrainische Musikjugendgruppe aus Kiew zu Gast bei der Bonner Buchmesse Migration 2007; Bild: Archiv EMFA / Integrationsagentur

Neues Projekt der EMFA / Integrationsagentur

Täglich überschreiten Menschen Grenzen, sowohl kulturelle als auch persönliche; viele von denen auf der Flucht vor Kriegen, Klimawandel und Krisen.

Mit dem Projekt „Warum sind wir hier?“ werden Geflüchtete aus der Ukraine porträtiert und ihre Geschichten dokumentiert. „Warum sind wir hier?“, diese Frage wird aus der Sicht der Geflüchteten eine Antwort finden, bevor wir sie ihnen stellen. Die Geflüchteten erzählen über die Gründe ihrer Flucht nach Deutschland. Der durch Russland entfachte Krieg führte dazu, dass Hunderttausende Menschen aus der Ukraine nach Deutschland kamen. Auch in Bonn leben mit uns seit dem Kriegsausbruch ein paar Tausend geflüchtete Kinder, Frauen und Ältere.

Die Begegnung mit den Geflüchteten aus der Ukraine eröffnet uns eine andere Tür und erweitert unseren Horizont, dass die Fluchtgründe der Geflüchteten sehr unterschiedlich sind. Dennoch haben alle Geflüchteten eins gemeinsam: Leid, Schmerz, Tod und Elend, die durch den Krieg verursacht wurden. Jeder Geflüchtete hat eine andere Erfahrung seines Lebensschicksals, die er mit sich lebenslang trägt… Es bleiben immer Erinnerungen zurück, mit denen jeder unterschiedlich umgeht.

Eine Besonderheit des Projektes ist es, Lebensgeschichten der Fotografierten in den Raum zu stellen, darzustellen, was sie in dem Moment denken, fühlen sowie die Geschichte ihrer Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat in Bild und Text setzen.

Wie fühlt man sich, wenn man von einem Tag auf den anderen alles verliert, man sich selbst in Gefahr befindet und seine Heimat verlassen muss? Empfindet man das eigene Leben im Zufluchtsland als segensreich oder als verflucht? Kann sich ein als verflucht empfundenes Leben in ein segensreiches verwandeln? Wird das Zufluchtsland eine neue Heimat sein? Oder hofft man, dass man so schnell wie möglich nach Hause zurückkehrt? Allen Geflüchteten bleibt die Hoffnung, in Frieden und Würde zu leben.

Die porträtierten Geflüchteten aus der Ukraine werden uns mit Erzählungen neue Perspektiven aufzeigen, wie wir mit anderen Menschen umgehen sollen. Durch Begegnung schaffen wir neue Räume, die anderen kennenzulernen und gemeinsam in Frieden zu leben.

Mit dem Projekt wird die menschliche Ebene der Flucht und Vertreibung in der Gegenwart auf vielfältige Weise sicht- und erlebbar gemacht. Dabei entstehen Tiefe, Öffnung und Vertrautheit zugleich.

Innovativ an diesem Projekt ist, dass die emotionalen und rationalen bzw. Wissensinhalte miteinander verwoben werden und sich gegenseitig ergänzen, damit die durch Krieg erlebte Traurigkeit, das Leid und auch die Hoffnung uns hier die Tür öffnen, damit wir aus der Perspektive derer, die vor Krieg geflohen sind, lernen, was Kriege verursachen.