Aufruf #FamilienGehörenZusammen

Liebe Engagierte in der Flüchtlingsarbeit,

zum Tag der Familie am 15. Mai 2021 hat ProAsyl diesen Aufruf #FamilienGehörenZusammen veröffentlicht.

Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) unterstützt ihn und hat den Aufruf mit vielen anderen Organsisationen der Zivilgesellschaft erstunterzeichnet!

Aufruf #FamilienGehörenZusammen

Krieg und schwere Menschenrechtsverletzungen zwingen Tausende Menschen zur Flucht. 

Diese ist nicht nur gefährlich und voll Unwägbarkeiten, oft werden auf der Flucht auch Familien auseinandergerissen. In der Folge ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Teil der Familie sich zum
Beispiel bereits in Deutschland befindet, während Angehörige noch in unmittelbarer Nähe zum Konflikt oder in einem der griechischen Flüchtlingslager festsitzen.

Ein Weg zurück in die Herkunftsländer wie Syrien oder Eritrea, wo Bürgerkrieg oder Diktatoren herrschen, ist den Geflüchteten aufgrund der dortigen politischen Verhältnisse meist versperrt.
Um wieder gemeinsam als Familie in Sicherheit zusammen zu leben, bleibt nur der Familiennachzug nach Deutschland. Jedoch stehen die Betroffenen vor gravierenden Problemen: Visumsverfahren ziehen sich oft jahrelang hin – oder der Familiennachzug wird sogar komplett verhindert.

Seit 2018 wurde ein monatliches Kontingent definiert: Maximal 1000 Menschen pro Monat dürfen im Rahmen des Familiennachzugs zu ihrer Kernfamilie mit subsidiärem Schutz nach Deutschland kommen.

Wir fordern den Bundestag und die Bundesregierung auf:

Stellen Sie sicher, dass Geflüchtete als Familie zusammenleben können!

Setzen Sie sich ein:
 Für eine rechtliche Gleichstellung von subsidiär Geschützten und Flüchtlingen
 Für eine digitale Beantragung von Visaanträgen und die Bearbeitung innerhalb von wenigen Wochen
 Auch minderjährige Geschwisterkinder dürfen nicht vom Familiennachzug ausgeschlossen werden

Wir rufen den Bundestag und die Bundesregierung zum Handeln auf!

Aufruf-FamilienGehoerenZusammen


 

„… weil auch Du ein Fremdling warst“

An alle, die Angst vor „Flüchtlingen“ haben

Theologischer Impuls von Thorsten Latzel
(neuer Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR))

Gleich am ersten Tag, nachdem ich zum Präses gewählt worden bin, erreichte mich eine Mail zum Thema „Flüchtlinge“. Eine ältere Frau teilte mir darin ihr tiefes Unverständnis mit, wie die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland sich dafür einsetzen könne, weitere Flüchtlinge aus den Lagern in Bosnien-Herzegowina und von Lesbos aufzunehmen.

„Seit ich denken kann, nimmt Deutschland Flüchtlinge auf – als ich Kind war, musste in der Familienwohnung ein Zimmer geräumt werden, für Flüchtlinge – so hat es sich über 70 Jahre fortgesetzt -… es reicht! Meine Sorge gilt meinen Kindern und Enkelkindern, die all das bitterst aushalten und auch noch bezahlen müssen – und dann irgendwann nicht mehr dazugehören und in der Minderzahl sind.“

So wie dieser besorgten Frau möchte ich gerne allen antworten, die sich vor Fremden und „Flüchtlingen“ fürchten.

Sehen Sie, ich bin ein Kind von Eltern, die beide vertrieben wurden, fliehen mussten. Meine Mutter als siebenjähriges Mädchen aus Danzig, mein Vater als Säugling auf dem Arm meiner Großmutter aus Schlesien. Ich bin sehr froh darüber, dass Menschen damals meine Mutter und meinen Vater als kleine Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg bei sich aufgenommen haben. Sonst gäbe es mich heute nicht. Es war eine Zeit, in der es viel weniger gab als heute. Die große Sorge damals, dass Katholiken und Protestanten nicht miteinander leben könnten (es gab getrennte Schulhöfe), hat sich als unbegründet erwiesen. Ich bin ein Kind aus solch einer konfessionsverschiedenen Ehe.

Auch die „Überfremdung“ Deutschlands durch die sogenannten „Gastarbeiter“ in den Jahren danach hat sich nicht eingestellt. Im Gegenteil: Ohne die starke Einwanderung, die damals niemand so nannte, hätte es nie ein solches Wirtschaftswachstum in Deutschland gegeben. Deutschland wäre nicht Deutschland ohne die Menschen aus Italien, Spanien, Griechenland, Polen, der Türkei, dem früheren Jugoslawien. Nicht ohne ihre Arbeit, nicht ohne ihre Kultur, nicht ohne ihre Religion. „Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen.“ (Max Frisch) Mit Yusuf habe ich in der Grundschule von Bad Laasphe Fußball gespielt, mit Kadir unsere gleichaltrigen Töchter auf dem Spielplatz in Hannover geschaukelt. „Überfremdet“ habe ich mich nie gefühlt.

Flucht und Fremdheit sind für mich sehr persönliche Themen. Ohne sie könnte ich die Geschichte meiner Familie, mich selbst nicht verstehen. Die Epigenetik erforscht, wie solche Erfahrungen an die nächsten Generationen vererbt werden. Sprichwörtlich in den Knochen stecken. Fragen Sie einmal meine Frau, wie es ist, wenn wir gemeinsam wandern.

Und der Schutz von „Flüchtlingen“ und Fremden gehört für mich fundamental zum christlichen Glauben. Er durchzieht die ganze Bibel: vom Auszug der unterdrückten Israeliten aus Ägypten über die 10 Gebote („Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst“, 5. Mose 5,15) bis zu Jesus, dessen Eltern nach seiner Geburt mit ihm vor Herodes außer Landes fliehen (Mt 2,13ff.). Und der später den Umgang mit Fremden zu einem Maßstab des Weltgerichts gemacht hat: „Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. […] Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,35.40)

Wenn Leute versuchen, das, was sie für das „christliche Abendland“ halten, vor Fremden zu retten, scheinen sie hier irgendwas nicht verstanden zu haben.

Das heißt nicht, dass Deutschland nun „alle aufnimmt“. Schon deshalb nicht, weil die meisten Menschen überhaupt nicht aus ihrer Heimat wegwollen, wenn sie nicht müssen. Und selbst wenn Menschen fliehen müssen, bleiben die allermeisten in Nachbarländern.

Das hat auch nichts mit „Gutmenschentum“ zu tun. Nein, „Flüchtlinge“ sind weder bessere noch schlechtere Menschen als Sie und ich. Es sind einfach Menschen auf der Flucht. Oft Familien mit Kindern. Oft junge Männer, weil sie am ehesten eine Chance haben, für die anderen „durchzukommen“. Menschen zum Teil mit tief traumatischen Erfahrungen. Viele mit großer Energie, Hoffnung, Tatkraft.

Es hilft sehr, wenn wir mit dem abstrakten, sorgenvollen Reden über „die Flüchtlinge“ aufhören – und stattdessen mit den konkreten Menschen reden, die es auf ihrer Flucht zu uns geführt hat. Mit Menschen wie Ahmad Dakhnous, den ich letztes Jahr kennenlernen durfte. Ahmad ist als Palästinenser aus Damaskus nach Deutschland geflohen und studiert hier Politik. Es gibt wenige Menschen, die ich jemals so von Demokratie habe schwärmen hören wie ihn. Gemeinsam mit Mitstudent/innen hat Ahmad ein Projekt gestartet, um Integrationskurse weiterzuentwickeln. Weg von Multiple-choice-Fragen hin zur Begegnung mit „Menschen von hier“ – gleich welcher Kultur, Religion oder sexuellen Orientierung. Manchmal verstehen „Fremde“ besser, was unser Land wirklich auszeichnet:

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. […] Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 3 GG)

Ich nehme das Thema „Flüchtlinge“ auch deshalb persönlich, weil ich nicht möchte, dass meine Kinder und Enkel einmal in einer lieblosen Gesellschaft leben müssen, wo christliche Werte wie Nächstenliebe oder Barmherzigkeit nichts mehr gelten. In einem Land, in dem man es hinnimmt, dass Menschen ertrinken, nur, weil sie nicht „von hier“ sind. In einem Europa, in dem zu uns Geflüchtete unter menschenunwürdigen Umständen leben – wie etwa in den Lagern in Bosnien oder auf den griechischen Inseln. Auch meine Kinder wollen das nicht und sehen sich überhaupt nicht gefährdet. Im Gegenteil: Sie und ich haben an verschiedenen Orten erlebt, wie gerade Menschen mit Fluchterfahrungen sich einbringen und mitarbeiten, um ihre neue Heimat zu schützen, die sie schützt.

Insofern bin ich überzeugt, dass Sie keine Sorge um Ihre Kinder oder Enkel haben müssen. Allenfalls davor, wenn man einen Keil in unsere Gesellschaft treibt, wenn man Menschen nach ihrer Abstammung anstatt nach ihrer Person beurteilt und so unsere offene, demokratische Gesellschaft gefährdet. Davor behüte uns Gott!

„Fremde“ und „Heimat“

„Fremde“ ist der Ort,
an dem man angewiesen ist
auf die Hilfe, Zuwendung, Barmherzigkeit
von Menschen, die man nicht kennt.
„Heimat“ ist der Ort,
an dem man sie erfährt. (TL)

Ursprünglich erschienen unter: „… weil auch Du ein Fremdling warst.“ An alle, die Angst vor „Flüchtlingen“ haben - EKiR - Präsesblog


 

„ICH DENK AN DICH“

Ich denk an Dich

GEDENKEN FÜR DIE VERSTORBENEN DER CORONA-PANDEMIE

Seit über einem Jahr spüren die Menschen in der ganzen Welt, in Deutschland und auch in Bonn und Umgebung die Folgen der Corona-Pandemie. Erfahren viele Menschen nur die Einschränkungen, so gibt es andere, die persönlich durch Infektion mit Covid-19 krank geworden oder sogar gestorben sind. In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis sind das bisher mehr als 650 Menschen. Ich weiß nicht genau, wie viele Geflüchtete und Migrant*innen darunter sind, möchte an dieser Stelle jedoch für die Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit auf ihr Schicksal hinweisen.

Wer an die Coronatoten denkt, drückt sein Mitgefühl mit den Betroffenen und ihren Angehörigen aus. Mit jeder und jedem. Sterben in der Pandemie ist besonders hart, weil oft sehr einsam. Angehörige durften ihren Lieben in den letzten Minuten oft nicht nahe sein. Ihnen unsere Teilnahme zu versichern, kann trösten. Es ist wichtig, nicht zu vergessen. Dafür stille zu werden und zu beten.

Am Sonntag, dem 18. April 2021, fand dazu auf Idee von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht nur im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt eine zentrale Gedenkveranstaltung statt. Auch in Bonn gab es verschiedene Angebote, sich an die Verstorbenen während und durch die Corona-Pandemie zu erinnern. Stadtdechant Picken und Superintendent Pistorius eröffneten bereits am Sonntagmittag eine Gedenkinstallation für alle Bonner Coronatoten im Kreuzgang von St. Remigius. Danach bot von 15.00 bis 20.00 Uhr die Evangelische Kirche Bonn auf dem X-tra-Platz vor der Kreuzkirche unter Wahrung der Infektionsschutzmaßnahmen Gelegenheit zum stillen Gedenken und Gebet. Dazu konnten Kerzen angezündet und aufgestellt werden. Seelsorger*innen boten Betroffenen Begleitung an.

Das Gedächtnis kann jede und jeden von uns darüber hinaus daran erinnern, wofür wir uns auch während der Corona-Pandemie anstrengen, wofür wir verzichten, warum wir leiden. Weil wir wollen, dass möglichst wenige krank werden oder gar sterben. Dafür möchte ich mit Ihnen beten. Auch um Zuversicht für ein Ende der Pandemie.

Pfarrer Dirk Voos


 

Hallo Roadbox!

Crossroads Roadbox

Themenportal zur Beratung geflüchteter Menschen mit Behinderung ist ab dem 14. April online

Welche Leistungen kann ich für einen geflüchteten Menschen mit Behinderung beantragen? Wann besteht Anspruch auf Auszug aus einer Erstaufnahme-Einrichtung? Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis? Und was kann ich tun, wenn der gestellte Leistungsantrag abgelehnt wurde?

Fragen wie diese beantwortet die Roadbox des Projekts Crossroads | Flucht. Migration. Behinderung. von Handicap International. Die Roadbox wendet sich an Fachkräfte aus der Geflüchteten- und Behindertenberatung, die geflüchtete Menschen mit Behinderung besser unterstützen wollen. Die Roadbox ist ein barrierefreies Online-Themenportal mit mehr als 30 Texten, Videos, Checklisten und Handlungsempfehlungen, das Handicap International in Zusammenarbeit mit renommierten Fachautor*innen erarbeitet hat. Die Roadbox ist somit gewissermaßen Deutschlands erstes Wikipedia zum Thema Beratung an der Schnittstelle Flucht und Behinderung.

Das Portal bietet Informationen zu Themen wie Asylverfahren, Anspruchsgrundlagen für Leistungen, Leistungsdurchsetzung, Spracherwerb und Empowerment. Es wurde im Rahmen des Projekts Crossroads | Flucht. Migration. Behinderung. von Handicap International entwickelt. Der Name Roadbox bezeichnet dabei den Weg, auf dem das Themenportal Fachkräfte in der Beratung begleitet – und in der Box finden Berater*innen alles was sie brauchen, um im komplizierten Themenfeld von Flucht und Behinderung nicht frühzeitig aufzugeben.

Das klingt spannend? Seien Sie gern bei der Eröffnungsveranstaltung dabei! Nehmen Sie an unserem Online-Event am 14. April um 14 Uhr teil und erfahren Sie alles über die Roadbox – und darüber, wie Sie konkret für Ihre Beratung vom Themenangebot profitieren. Klicken Sie hier, um sich zur Veranstaltung anzumelden: bit.ly/RoadboxLaunch. Sie haben am 14. April keine Zeit? Ab dem 14. April erreichen Sie die Roadbox unter bit.ly/Roadbox. Bei Fragen kontaktieren Sie gern Projektleiterin Dr. Susanne Schwalgin unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir freuen uns auf Sie!


 

Siebtes Treffen des bundesweiten Netzwerks Flucht, Migration und Behinderung

Bericht von J. Michael Fischell

Am 23. und 24.02.2021 trafen sich die Teilnehmer*innen des bundesweiten Netzwerkes Flucht, Migration und Behinderung zu ihrem inzwischen siebten Fachaustausch.

Von der Relevanz der Schnittstelle Flucht und Behinderung in Deutschland zeugte die in der Netzwerkgeschichte bisher größte Zahl von 40 Teilnehmer*innen; darunter auch als Vertreter der EMFA (Integrationsagentur) Bonn, J. Michael Fischell. Coronabedingt fand das Treffen erneut digital statt.

Das Netzwerktreffen fällt 2021 in ein Jahr, in welchem sich die Covid-19-Pandemie fortsetzt. Mit ihr gehen weiterhin große Risiken für geflüchtete Menschen mit Behinderung einher, da sie in vielen Fällen von einem schweren Krankheitsverlauf bedroht sind. Zugleich bringt die Pandemiesituation große Erschwernisse für die Beratungsarbeit mit sich. Schwerpunkthaft nahm das bundesweite Netzwerk Flucht, Migration und Behinderung die Frage einer notwendigen Identifizierung besonderer Schutz- und Unterstützungsbedarfe geflüchteter Menschen mit Behinderung in den Blick. Entgegen Deutschlands unionsrechtlicher Verpflichtung (EU-Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU, Art. 22) findet eine Identifizierung behinderungsspezifischer Schutzbedarfe im Rahmen des Asylaufnahmeerfahrens aktuell nicht systematisch statt. Barrieren, Diskriminierung und Benachteiligung bleiben so oft unerkannt, was z.B. massive Folgen für das Asylverfahren der Betroffenen nach sich ziehen kann.

Im Rahmen des Netzwerktreffens tauschten sich die Teilnehmer*innen über mögliche Modelle und ihre Einbettung in das bestehende Aufnahmesystem aus. Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl war es den Teilnehmer*innen zudem ein wichtiges Anliegen, auf die notwendigen Änderungsbedarfe an der Schnittstelle Flucht, Migration und Behinderung hinzuweisen und die Politik zukünftig dazu zu bewegen, dass die Belange von geflüchteten Menschen mit Behinderung besser bzw. überhaupt erkannt und vertreten werden. Hierzu ist für den 09.06.2021 eine fachpolitische Veranstaltung geplant, bei der Veränderungsbedarfe an der Schnittstelle Flucht, Migration und Behinderung mit politischen Akteur*innen diskutiert werden sollen. Auch ist der Launch der Road Box von Crossroads geplant, eine Toolbox für Fachkräfte, die an der Schnittstelle Flucht und Behinderung arbeiten, bei dessen Erstellung das Netzwerk das Projekt Crossroads im letzten Jahr unterstützt hat.

Die Ziele des Netzwerks für das kommende Jahr sind demnach groß und hoffentlich politisch tiefgreifend. Umso bedauerlicher ist es, dass einige der am Netzwerk teilnehmenden Projekte aufgrund fehlender Finanzierung vor Veränderungen, z.T. auch einer Beendigung stehen. Unsicher ist auch die weitere Finanzierung des Projektes Crossroads, welches die Gründung des Netzwerkes Ende 2018 initiierte und seitdem dessen Arbeit koordiniert. Die Netzwerkteilnehmer*innen diskutierten vor diesem Hintergrund die Frage, in welcher Form die Arbeit bei geringen oder ganz wegfallenden Koordinierungskapazitäten fortgesetzt werden kann.


 

Die große Freiheit!

2021 Motto

7. Spiritueller Impuls zu 7 Wochen ohne Blockaden in der Fastenzeit: Spielraum!

Sieben Wochen ohne Blockaden zu leben, wie war’s? Wie geht es Ihnen jetzt? Hat es geklappt, blockierende Hindernisse zu umgehen oder wegzuräumen? Haben Sie mehr Spielraum gewonnen?

Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen nach diesen sieben Wochen weniger Blockaden die Sicht und den Weg versperren. Ich wünsche Ihnen, dass Sie mehr Gespür für Ihre Spielräume entdeckt haben. Diese Spielräume bieten große Freiheit.

Solch gewonnene Freiheit feiern die Juden schon seit dem 27. März bis 4. April in diesem Jahr beim Pessachfest als Erinnerung an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Für Christen ist nach dem Tiefpunkt des Todes Jesu an Karfreitag Ostern Hoffnungszeichen der Befreiung zum Leben über das Sterben hinaus. Wenn der Stein vor dem Grab Jesu weggerollt ist, ist das letzte Hindernis für zuversichtliches Leben weggeräumt. Es gibt Spielraum über den Tod hinaus. Angst muss mich nicht mehr hemmen zu leben, wie ich es richtig finde. Nutzen Sie die Freiheit für sich selbst und für andere – für eine gerechte, friedliche Welt voller Spielräume für ein gutes Leben.

Ihr Pastor Dirk Voos

2021_7._Fastenimpuls.pdf


 

Familien fit machen für Kitas und Schule

In unserem Projekt "Familien fit machen für Kitas und Schule" wollen wir Eltern – speziell Mütter mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund – auf Erziehungs- und Bildungsanforderungen in Deutschland vorbereiten. Kitas und Schulen sollen dadurch entlastet werden.

Broschüre und Flyer zum Projekt sind bei uns vorrätig und werden nach Ostern verschickt. Aufgrund der aktuellen Lage möchten wir Ihnen außerdem telefonische Beratungen und Zoom-Veranstaltungen zu dieser Thematik anbieten.

Sobald Corona es erlaubt, kommen wir gerne in Ihre Einrichtung!

Bei Interesse und Fragen können Sie mir gerne eine Mail schicken: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

oder mich anrufen unter 0151-28933115

Barbara Schlüter, Projektleitung


 

Richtungswechsel!

2021 Motto

6. Spiritueller Impuls zu 7 Wochen ohne Blockaden in der Fastenzeit: Spielraum!

Letzte Woche haben wir uns der Tatsache gestellt, dass nicht immer alles gut geht. Manchmal müssen Hindernisse weggeräumt werden, damit der Weg frei wird. Es kommt jedoch genauso vor, dass
ich die Blockierung des Weges gar nicht ändern kann, weil ich mich in einer Sackgasse befinde. Es gibt Hindernisse, die sogar ein wichtiges Warnsignal sind: Stop! Gefahr! Geh nicht weiter!

Ich wünsche mir, dass mir jemand oder etwas in solchen Situationen einen Wink gibt, wenn ich mich verrannt habe und buchstäblich auf einen Abgrund zulaufe. Wenn wir in diesen sieben Wochen besonders darauf achten, Blockaden zu lösen, gehört dazu auch, nicht stur auf einer Entscheidung zu beharren, sondern gegebenenfalls Hindernisse und Blockaden als Hinweis zum Richtungswechsel zu verstehen. Dazu muss ich bereit sein einzugestehen, einen falschen Weg eingeschlagen zu haben, um es danach anders neu zu versuchen. Dazu möchte ich Sie in dieser Woche ermutigen.

Verstehen Sie „Sieben Wochen ohne Blockaden“ als Aufforderung, nicht resigniert in einer „Sackgasse“ oder auf einer falschen Spur zu verharren, sondern, wenn nötig, mutig einen anderen Weg zum Ziel zu suchen. Entdecken Sie mit dem Motto der letzten Woche, was geht, wenn Sie sich aus einer aussichtslosen Lage befreien, in dem Sie die Richtung ändern und einen anderen Weg einschlagen.

Ihr Pastor Dirk Voos

2021_6._Fastenimpuls.pdf


 

Geht doch!

2021 Motto

5. Spiritueller Impuls zu 7 Wochen ohne Blockaden in der Fastenzeit: Spielraum! 

„Wir schaffen das.“ 2015 haben viele Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Worte geglaubt. Das Vertrauen darauf hat der „Willkommenskultur“ damals viel Auftrieb gegeben. Mit dieser Kraft wurde sehr viel erreicht. Die Zuversicht bestätigte sich: Geht doch. Viel Gutes zur Aufnahme und Integration der damals zu uns kommenden Menschen gelang. Doch dann trübten Schwierigkeiten und Enttäuschungen.die begeisternden Anfangserfahrungen.

Es war, wie so oft im Leben, nichts geht immer gut. Was auch immer Menschen tun, nichts klappt durchgehend und vollkommen. Es können immer sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich Hindernisse auftreten, die gutes Gelingen blockieren. Von diesen Schwierigkeiten kann ich mich entmutigen lassen und aufgeben. Ich kann jedoch genauso versuchen, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Ich erinnere mich in solchen Situationen oft an die Geschichte von einem, der die Steine, die seinen Weg blockierten, wegräumte und daraus eine Brücke baute, um einen Fluss sicher überqueren zu können.

Dazu möchte ich Sie in dieser Woche ermutigen. Verstehen Sie „Sieben Wochen ohne Blockaden“ als Aufforderung, Blockaden des Lebensspielraums für sich und andere wegzuräumen, damit mehr geht als zuerst scheint. Seien Sie kreativ und mutig. Ich wünsche Ihnen, dass Sie abschließend die schöne Erfahrung machen: Geht doch! Ihr

Pastor Dirk Voos

2021_5._Fastenimpuls.pdf


 

Dir zuliebe?

4. spiritueller Impuls zu 7 Wochen ohne Blockaden in der Fastenzeit: Spielraum!

2021 Motto

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das ihre, sie lässt sich nicht erbittern.
(1. Korintherbrief 13,4+5)

Sieben Wochen Blockaden in meinem Leben wegzuräumen, betrifft auch meinen Spielraum zum Lieben. Wie viel tue ich anderen zuliebe, ohne mich selbst zu vernachlässigen? Macht mir die Liebe Freude
oder fesselt sie mich? Ist, was mich einengt und sich nicht gut anfühlt, überhaupt Liebe? Wie viel darf ich von der Liebe erwarten? Wie viel dürfen andere erwarten?

Wenn jemand sich der Liebe wegen aufgibt oder Unrecht aushält, ist das unverhältnismäßig. Ich halte das für lieblos. Liebe soll das Gleichgewicht zwischen den Liebenden wahren, damit alle angemessen berücksichtigt werden und sich wohlfühlen können. Das gilt für mir Nahestehende genauso wie für Fremde. Mit dem Maß der Liebe versuche ich deshalb meine Aufmerksamkeit zu verteilen, ohne mich selbst zu vernachlässigen, damit ich nicht verbittere. Aber genauso achte ich darauf, was andere brauchen. Ich versuche sie zu lassen, wie sie sind, auch wenn mir etwas fremd ist. Trotzdem möchte ich nicht von ihnen lassen. Jede und jeder ist in seiner Individualität so weit zu respektieren, wie es das Zusammenleben nicht stört. Nur dann können Menschen sich wohlfühlen.

Versuchen Sie in dieser Woche, ganz bewusst nach dem Maßstab der Liebe zu handeln - gemäß der Liebe zu sich selbst wie zu anderen. Bleiben Sie besonders dann aufmerksam, wenn Sie sich über etwas ärgern oder Ihnen etwas Sorgen bereitet oder Angst macht. Aber auch dann, wenn Sie wohlig Liebe spüren. Bleiben Sie neugierig und lassen sich auf Fremdes ein. Nutzen Sie fröhlich ihren Spielraum
zu lieben.

Ihr Pastor Dirk Voos

2021_4._Fastenimpuls